Disney im Deutschen Fernsehen
Teil 3a - Ein Bayerisches Rätsel

Vom 25.02. - 10.03.1980 brachte der Bayerische Rundfunk (BR) im Rahmen der ARD-Montags-Bespaßung drei Disney Specials auf die Mattscheibe. Dieser Block ist in vielerlei Hinsicht interessant, weshalb ich diese drei Sendungen hier einmal genauestens unter die Lupe nehmen und analysieren möchte. Vorab sei anzumerken, dass ich selbst zwar keine dieser drei Ausstrahlungen vorliegen habe, dafür aber genügend Indizien, Vergleichsmaterial und Hinweise von Außen, die zur Festigung meiner Thesen beigetragen haben.

Wie bereits erwähnt, lieferte der BR zum montäglichen Programmplatz diese Specials, weil ihre eigene Produktion, Das feuerrote Spielmobil, nicht in das Montags-Konzept passte. Die Frage stellt sich, warum es gerade diese drei Shows waren. Nun, mit etwas Recherche und einer guten Portion Interpretationsfreiheit habe ich mich der Sache nähern können. Mehr noch, es brachte auch etwas Licht in eine weitaus größere Frage: Lässt sich das 80er Jahre VHS-Material Disneys mit den im TV gezeigten Sendungen in Verbindung bringen?

Warnung: Dies ist wieder ein Fall von tiefster Forschungsanalyse und interessiert wohl den "normalsterblichen" Trickfilm- und/oder Synchron-Fan nur herzlich wenig.


Disneys größte Bösewichte
(ARD 25.02.1980)

Wie aus meiner Seite über die SuperRTL-Specials nachzulesen ist, hatte Disney im Rahmen seiner Disneyland-Reihe zwei Mal aus seinem Schurkenkabinett eine eigene Sendung gebastelt, 1956 in Our unsung Villains und 1977 in Disney's Greatest Villains, zwei völlig unterschiedliche Sendungen, in denen jedoch beide Male Hans Conried als Zauberspiegel auftrat.


Titel der US-Show (Staffel 23, Folge 20, 1977)
man beachte den lustigen Schreibfehler

Die Sendung wurde damals primär für Promotionszwecke zum Film Bernard und Bianca erstellt. Vom magischen Spiegel kommentiert sah man folgende Filmschurken:

US-Original:
- Kapitän Hook
- die Königin aus Schneewittchen
- Madam Mim
- Maleficent
- Lady Tremaine, Cruella De Vil und Alice's Königin der Herzen (alle nur kurz gezeigt)
- Madame Medusa
- Edgar aus Aristocats
- der Riese aus Mickys Bohnenranken-Geschichte
- Shir Kahn und Schlange Kaa
(diese Version zeigte auch Super-RTL 1994 unter dem Titel Disneys Schurkenkabinett)

Ein Augenzeuge bestätigte mir, dass die Sendung so auch in der ARD lief. Er sprach von einem Dienstag, was auf eine Wiederholung der Show am 20.3.1984 schließen lässt. Zum ersten Mal wurde sie jedoch schon am Montag, den 25.02.1980 gezeigt. Eine Besonderheit hier war, dass die letzte Szene mit Madame Medusa so in die Show integriert wurde, dass es so aussah, als würde sie mit ihrer Schrotflinte auf den Zauberspiegel schießen. Dieser verkrümelte sich daraufhin und beendete damit die Sendung. Der Schnappschuss links stammt aus einer restaurierten Fan-Fassung, die auf archive.org zu finden ist, ich habe zum Vergleich aber auch die SRTL-Fassung. Die Bohnenranken-Story und Schneewittchen wurden auf SuperRTL jedoch in der Neusynchro gezeigt, in der ARD natürlich noch in den alten Kinosynchros.

 

Es gab da aber auch noch eine dritte Sendung, die von einem gewissen Michael Wuergler geschrieben und produziert wurde. Hier strickte man aus Dschungelbuch-Szenen mit Shir Kahn und der Schlange Kaa eine Rahmenhandlung und ließ die beiden fröhlich über sich und ihre bösen Kollegen sinnieren. Die IMDB nennt hier das Jahr 1984, wo diese Fassung in Großbritannien auf VHS heraus kam, Disney-Wiki spricht von "um 1983 herum". Da in der Show ein Ausschnitt aus Tron zu sehen ist, kann sie jedenfalls nicht vor 1982 produziert worden sein. Merken wir uns das.
Den genauen Inhalt will ich hier gar nicht aufschlüsseln; alle Real- und Animationsfilm-Anteile hatten die reguläre Synchronfassung (Schneewittchen 2. Fassung), ein Schnipsel mit Kater Karlo in
The Lone Chipmunks verblieb im O-Ton.

   
Schnappschüsse der VHS "Disney's schlimme Spiessgesellen"
VHS-Auflage "Cartoon Classics" (rotes Cover)

   

Bei uns kam die Show auf VHS heraus, zunächst in der Leih-Version mit weißem Cover, in der späteren Auflage "Cartoon Classics" mit rotem Cover ("Spießgesellen" jetzt mit ß geschrieben). Ich möchte speziell auf Madame Medusa hinweisen, die auf dem linken Cover, aber nicht auf dem rechten zu sehen ist. Zur Synchro: Als Prolog-Stimme ist hier Joachim Pukass zu hören, der witzigerweise nicht "Disneys schlimme Spießgesellen" sondern "Disneys größte Bösewichte" ankündigt. Des Weiteren zu hören: Lothar Blumhagen als Shir Khan, Friedrich W. Bauschulte als Kaa und in einer kurzen Szene Friedrich Georg Beckhaus als Prinz John aus Robin Hood.


Walt Disney's grösste Hundestars
(ARD 03.03.1980)

Das Original Disney's Greatest Dog Stars, in dem Dean Jones durch die Sendung führte, wurde erstmals 1976 in den USA ausgestrahlt. Es war primär dazu gedacht, den Film Shaggy D.A. (Zotti das Urviech) zu promoten (in dem Jones mitspielte). 1982 wurde die Sendung mit Ausschnitten aus Cap und Capper ergänzt/verändert, wiederum zwecks Werbetrommel. Über den genauen Inhalt lasse ich mich hier jetzt nicht aus, er ist ein kunterbuntes Stückwerk aus Real- und Animationsfilmen wie auch Cartoons.

  
links Titel der US-Show (Staffel 23, Folge 8, 1976)

In gekürzter Form wurden die Cartoons The Chain Gang (s/w), The Moose Hunt (s/w), The Pointer, Donald and Pluto und Lend a Paw gezeigt. Ich habe Soundsamples der ARD-Ausstrahlung zugeschickt bekommen und aufgrund derer die These aufgestellt, dass nicht nur hier, sondern in der gesamten ARD-Zeit von 1980-83 Eckart Dux die Stimme der Micky Maus gewesen war - was ich aufgrund weiterer Fundstücke inzwischen beweisen kann. Ein Cartoon stach jedoch aus der Masse heraus. Der Oscar-prämiierte Kurzfilm Lend a Paw wurde partiell überarbeitet. In einer Szene, wo Pluto mit seinen imaginären Engelchen und Teufelchen ringt, erklingt die Stimme von Wolfgang Völz. Es ist exakt derselbe Take, der auch in der Synchronfassung mit Wilfried Herbst zu hören ist. Somit wurde Herbsts Stimme für diese Sendung durch Dux ersetzt. Disney/ARD legte damals also besonderen Wert auf Kontinuität und überließ Simotons handwerklichem Geschick die Umsetzung.

Auch hier entstand speziell für den ausländischen Videomarkt später eine spezielle Show, wobei der Rahmen mit Dean Jones durch die "Verleihung" eines imaginären Hundepreis ersetzt wurde. 1983 war das exakte Produktionsjahr, dafür ließ sich diesmal ein Produzent nicht ermitteln. Die Show war länger, wesentlich Cartoon-lastiger und folgt inhaltlich nur noch sporadisch der Originalshow der 70er.



englischer Originaltitel und deutsche VHS-Einblendung, Schnappschüsse
(diese Version zeigte auch Super-RTL 1994 unter dem gleichen Titel)

Synchrontechnisch sind hier die großen Animationsklassiker in ihren regulären Kinofassungen zu hören, während einige Realfilm-Ausschnitte auch im O-Ton (mit Untertiteln) gezeigt werden. Durch das Programm führt ein unbekannter, farbloser Sprecher. Ich komme hier erneut auf den oben beschriebenen Cartoon-Block mit Pluto zurück. Dieser verblieb komplett im O-Ton, mit Ausnahme von Lend a Paw, hier nun mit der "echten" Wilfried Herbst-Fassung und, wie erwähnt, Wolfgang Völz.

Auch dieses Special erschien nahezu zeitgleich zur oben gezeigten "roten" Version der Spießgesellen auf VHS. Eine vorherige Edition mit weißem Cover gab es dagegen anscheinend nicht.


Walt Disneys kleinste Helden
(ARD 10.03.1980)

Disney brachte 1964 mit Ben and Me/Peter and the Wolf den Zusammenschnitt zweier älterer Disneylandshows heraus. Für das Featurette um die Maus Amos und Benjamin Franklin entwarf man einen erweiterten Prolog, dem anderen Teil ging ein real abgedrehter Prolog voraus, der bereits in der Originalshow vorhanden gewesen war. 1980 strahlte der BR diese Sendung für die ARD aus. Ob Walt Disneys anfänglicher Auftritt zu sehen war, weiß ich nicht - der Peter-Prolog wurde (wegen einiger Kriegsszenen) mit Sicherheit geschnitten, wenn nicht ganz entfernt. MMn waren hier lediglich die beiden eigentlichen Cartoons zu sehen.


Titel der US-Show (Staffel 11, Folge 08, 1964)
(lief auch überarbeitet 1997 auf SRTL als Geschichten aus Walt Disneys Schatztruhe)

Nun, über Peter und der Wolf kann ich ebenfalls nur spekulieren, wobei ich stark davon ausgehe, dass hier (wie überall sonst) die Kinofassung mit Rolf Heydel als Sprecher zu hören gewesen war. Da aber in der ARD auch eine Stier Ferdinand Fassung mit Jürgen Thormann gezeigt wurde (ansonsten bis heute mit Ernst Wilhelm Borchert als Erzähler), bleibt auch bei Peter und der Wolf ein Restzweifel.
Bei
Ben und Ich liegt der Fall klarer. Zur Überarbeitung der deutschen Kinofassung mit Wolfgang Spier als Maus Amos wurde der gute Mann für die neuen Szenen nach 26 Jahren erneut ins Studio zitiert. Ich bin früher naiver Weise davon ausgegangen, dass Spier diese Szenen erst in der Neusynchron-Phase verdeutscht hätte. Ein Einsatz für die Ausstrahlung in der ARD macht da wesentlich mehr Sinn.

Die Show als solches gab es bei uns nicht auf VHS, wohl aber eine Ausgabe, in der Ben und Ich integriert wurde. Diese nannte sich Micky, Donald und Goofy im Märchenland. Allgemein ist bekannt, dass es sich hier um eine reichlich abgespeckte Version des Kinofilms Fun and Fancy Free handelt, in der alle Realfilmteile entfernt wurden, somit nur Mickys Bohnenrankengeschichte und Bär Bongo übrig blieben und, um das Ganze wieder auf Filmlänge zu bringen, eben Maus Amos' Abenteuer dazwischen gedrückt wurde - ungeschnitten, in der alten Kinofassung und sogar mit den deutschen Kino-Titelkarten. Diese VHS (Cartoon Classics - grünes Cover) besitze ich; eine spezielle Cinema-Ausgabe beinhaltet dasselbe.
Inzwischen musste ich erfahren, dass auf der allerersten VHS-Edition (weißes Cover) nicht einmal Bongo zu sehen war. Neben Micky und Amos Maus enthielt diese Ausgabe den Werbefilm
A Dream Called Walt Disney World. Noch während weiterhin das weiße Cover genutzt wurde, entfernte man für eine Zweitauflage diesen Film wieder und ersetzte diesen nun durch den Bären Bongo.


in den USA erschienen die Inhalte separat auf zwei Ausgaben


links eine holländische Ausgabe der "Bongo-Abmischung", rechts das deutsche Pendant


links das deutsche Cover der "weißen Edition", rechts die Rückseite der Cinema-Ausgabe (also Edition #4)

Wie man sehen kann, blieb das Foto von Micky Maus vor dem Disney World Schloss auf allen Ausgaben (zumindest auf der Rückseite) erhalten, obwohl der Werbefilm selbst gar nicht mehr zu sehen war. Bevor ich mich im nächsten Abschnitt dem Interpretations-Wahnsinn hingebe, möchte ich das Augenmerk darauf lenken, dass die dazwischen geschobene Bongo-Sequenz für die VHS in München synchronisiert wurde. Jiminy Grille sprach Willi Röbke und als Erzählerin trat Viktoria Brams auf - eine bis heute auf allen Kaufmedien und im TV genutzte Fassung.


Was sagt uns das alles?

-- Punkt 1: Die Bavaria Studios
- Der Vertrieb der in Deutschland erschienenen Disney-VHS oblag in den 80er Jahren den Bavaria-Studios in Münchens Ortsteil Grünwald. Analysiert man diese alten Leihkassetten mit Cartoon-Material etwas genauer, so findet sich synchrontechnisch zwar nur ein wildes Gebräu aus teilweise kaum noch nachvollziehbaren Quellen darauf, ein Großteil davon kann jedoch Kinokompilationen und Vorfilm-Vorführungen zugeschrieben werden. Speziell Zusammenstellungen von Cartoons verblieben anfänglich (weißes Cover) noch im O-Ton, erst spätere Ausgaben - und ich vermute hier als Schnitt das Jahr 1984 - waren angefüllt mit verdeutschtem Material, das vielleicht auch speziell für die VHS synchronisiert wurde.

-- Punkt 2: Die wechselnden Inhalte der "Weißen Edition"
- Man kann sich hier natürlich in die wildesten Spekulationen reinsteigern, aber die glaubwürdigste Variante wäre wohl, dass die VHS-Vertreiber (und ich meine das jetzt international) irgendwelches Material zugewiesen bekommen hatten, ohne dass ein übergeordnetes Kontrollorgan die letzte Absegnung dazu erteilte. Vielleicht sah Disney selbst anfänglich den Videoverleih noch nicht als lukrativ genug an, eher als einen stiefmütterlichen und damit unorganisierten Seitenarm. Ich erinnere daran, dass ja auch die Kinofilme in internationaler Hinsicht unüberschaubarere Kompott-Inhalte gewesen waren. Mit der Zeit straffte sich dann aber die Handhabe und es wurden offensichtlich Bedingungen an das Endprodukt gestellt. Dabei muss dahinter jetzt nicht unbedingt die Fantasiefigur eines resoluten Key-Account-Managers stecken ... vielleicht hatten sich bei Disney in der zuständigen Abteilung inzwischen auch nur Leute angefunden, die das Ganze mit mehr Verstand und vielleicht sogar Liebe zum Job machten.

- Punkt 3: Viktoria Brams und die VHS-Synchros
- Ganz sicher gab es auch Mitte der 80er Jahre noch kein solches Kontrollorgan, welches nun über die Synchronfassungen allen Disneymaterials seine Hände hielt. Wenn Eckart Dux für die ARD als die neue Micky Maus auserkoren wurde, so hätte man ihn auch irgendwo auf den VHS jener Zeit hören müssen. Daraus lässt sich ziemlich klar schließen, dass die Bavaria stets nur bereits fertig synchronisiertes Material zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Ein weiterer wichtiger Punkt scheint mir auch, dass die Simoton Film am 25. November 1981 offiziell als Firma erlosch, gerade zu der Zeit, als Disneys deutscher VHS-Markt in den Startlöchern steckte. Eventuell suchte Disney genau hier überhaupt erst ein neues Synchronstudio, welches den Job weiterführen sollte. Was aber macht man, wenn ein "anderes" Disney-Organ nun anweist, dass für eine neue VHS-Auflage eine Disneyworld-Doku gegen einen Bongo-Cartoon ausgetauscht werden soll? Man synchronisiert das Ding halt notgedrungen und ohne großes Tra-Ra in München und belässt den Gesang im O-Ton.

-- Punkt 4: Der Bayerische Rundfunk und die Bavaria
- Es dürfte kein Geheimnis sein, dass die beiden Gesellschaften mehr verbindet als nur dasselbe Bundesland. Aber ich finde es schon recht erstaunlich, dass nun ausgerechnet Amos Maus, die Bösewichte und Hundestars 1980 vom BR in der ARD gezeigt wurden und nur ca. drei Jahre später nahezu zeitgleich die Videotheken beglücken. Hier einmal die laufenden Nummern der drei VHS-Kassetten:

43101/25 - Micky, Donald und Goofy im Märchenland
43102/25 - Onkel Remus Wunderland
43106/25 - Tron
43107/25 - Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt ...
43108/25 - Zotti das Urviech
[.....]
...126/25 - Die Jubel-Trubel Superschau (nur Schweiz)
43127/25 -
Walt Disney's grösste Hundestars
43128/25 -
Disneys schlimme Spiessgesellen

Es ist anzumerken, dass die fortlaufenden Nummern sowohl in den USA als auch allen anderen Ländern verwendet wurde. Die tatsächliche Veröffentlichungsreihenfolge lässt sich jedoch nur auf die USA ableiten.

Zu dieser ominösen Superschau-VHS habe ich mich hier bereits ausgiebig ausgelassen. Viel wichtiger ist mir das Erscheinen der VHS des Spielfilms Tron, der im Dezember 1982 überhaupt erst bei uns ins Kino anlief und in Ausschnitten auch auf der Spiessgesellen-VHS zu sehen gewesen war. Recherchen haben ergeben, dass die VHS bereits 1983 in Deutschland erschien, eine Mischung aus dem Misserfolg in den USA und einer recht aggressiven VHS-Politik auf der anderen Seite (dies gilt z.B. auch für Das schwarze Loch, Condorman und Popeye mit Robin Williams). So waren auch Alice im Wunderland und Dumbo Versuchskaninchen in dem neuen Markt und später auch die ersten Test-Kandidaten im TV. So, und was haben wir hier nun?

- Eine VHS mit einer partiellen Münchner-Synchronfassung (101), von der wir wissen, dass es eine Vorversion mit abweichendem Inhalt gab.
- eine billige Off-Sprecher-Bearbeitung (127) einer VHS, von der es offensichtlich KEINE Vorversion mit weißer Hülle gab.
- ein gut synchronisiertes Special (128), in dem Stimmen zu hören sind, die auch auf späteren VHS zum Einsatz kamen. Ganz besonders erwähnt sei
Friedrich W. Bauschulte, der auf VHS auch als Primus von Quack (43205 -
Alle Enten fertig ... los!) und Jiminy Grille (43209 - Donald ich bin der Größte) zu hören ist, was auf einen mMn geordneten Synchroneinsatz um 1984 schließen lässt. DAS wiederum führt zur Schlussfolgerung, dass erst die Spiessgesellen-VHS mit rotem Cover eine entsprechende Synchro erhielt, weil sie, wie ich vermute, erst 1984 heraus kam. Die weiße mit Madame Medusa auf dem Cover gehört noch in das Jahr 1983 mit Brachial-Bearbeitung.

Könnte es somit sein, dass auf der weißen Spießgesellen-VHS (Edition #1) noch etwas ganz anderes zu sehen gewesen war als die Show mit Shir Khan und Kaa? Ich vermute hier die Original-Show mit dem Zauberspiegel ... und DAS bringt mich am Ende zur Verbindung zwischen den Ausstrahlungen des BR 1980 und den Bavaria-VHS 1983. Irgend eine Institution seitens Disneys hatte in Absprache mit der ARD diese drei Specials dem Bayerischen Rundfunk zugemauschelt, um sich zumindest ein wenig an der Montags-Spaß-Offensive zu beteiligen. Dabei muss es später - die Sendungen wurden ja 1984 im TV wiederholt - zu einer Absprache gekommen sein, dass die Bavaria das Material auch auf VHS verwenden durfte. Disney selbst war jedoch (ab 1984) verantwortlich dafür, dass die Bavaria für die VHS-Kassetten nun überarbeitetes Material erhielt und damit die neuen Shows.

Eins ist jedenfalls sicher: TV- und VHS-Synchronbearbeitungen waren hier zwei völlig verschiedene paar Schuhe. Abgesehen von den hochwertiger vertonten Featurettes wie Winnie Puuh u.a. sind auf VHS niemals Cartoon-Synchros der ARD und des ZDF aufgetaucht ... und umgekehrt.