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TEIL 5
Die Fuchsspur Mannix kam im amerikanischen Pennsylvanien zur Welt. Berühmt wurde er weniger als Autor denn als Weltreisender, Zirkusartist und Zauberkünstler. Viele seiner autobiografischen Werke haben sich in einschlägigen Kreisen inzwischen zu Kultromanen entwickelt, so z.B. Memoires of a Sword Swallower (1950), Those about to die (1959) oder History of a Torture (1964), Bücher mit viel Sarkasmus und Sadismus und für Heranwachsende eher ungeeignet. Mannix Kinder-Geschichten sind dagegen eher unbekannt ... bis natürlich auf die von Disney in Szene gesetzte Story von Cap und Capper. Nachdem er beinahe die ganze Welt bereiste (u.a. verbrachte er drei Jahre in Afrika für seine Recherchen seines Buches Black Cargoes), sonnt er sich mitlerweile hochbetagt in seinem Heimatland Pennsylvanien und genießt den kleinen aber feinen Kultstatus, dem ihn seine Fans gaben. |
Oliver Twist
Während Disneys Mickey's Christmas Carol von 1983 sich in die Reihe der wundervollen Verfilmungen um die Story des Ebeneezer Scrooge einreiht, wurde bei Oliver & Co. Dickens Bestseller nur als Grundgerüst für eine rührende Tiergeschichte benutzt. |
Sherlock
Holmes Wenn du das
Unmögliche ausgeschlossen hast, muss das, was übrig bleibt,
Doyle praktizierte bis zu seinem 32. Lebensjahr als Arzt in Southsea. Um die geringe Patientenzahl finanziell abzufangen, veröffentlichte er nebenbei einige Kurzgeschichten in Zeitungen. Dabei erschien 1887 im Beeton Christmas Annual mit Eine Studie in Scharlachrot die erste Erzählung mit der Figur des Detektivs Sherlock Holmes. Kritik und Öffentlichkeit schenkten dem in der Tat noch recht hölzernem Werk kaum Beachtung. Doch sein Schöpfer wusste um das Potential seines Helden und ließ sich von der Kritik nicht beirren; 1890 zog er nach London. Mit dem zweiten Roman Das Zeichen der Vier stellte sich im gleichen Jahr langsam der Erfolg ein, so dass Doyle nun von seiner schriftstellerischen Tätigkeit leben konnte. Stark beeinflusst von Herman Melville und Edgar Allan Poe veröffentliche der Autor insgesamt vier Romane und 56 Kurzgeschichten um Sherlock Holmes und seinen Assistenten Dr. Watson. Trotz allen Erfolgs wurde Arthur Conan Doyle bereits 1891 seines Protagonisten überdrüssig und plante dessen Ableben. Seiner Mutter teilte er mit, dass ihn die Figur des Sherlock Holmes mittlerweile komplett einnehme und seinen Geist von "besseren Dingen" abhalte. In Das letzte Problem ließ er seinen Schützling 1893 auf mysteriöse Weise verschwinden. Als Reaktion darauf verlor das Strand Magazine, das Doyles Geschichten veröffentlichte, auf Schlag 20.000 Abonnenten. 1896 meldete sich Doyle freiwillig zum Militärdienst im Burenkrieg in Südafrika. Aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes wurde er aber nicht seines Wunsches gemäß direkt an der Front sondern als Lazarettarzt eingesetzt. 1902 wurde er für seine Verdienste im Burenkrieg, speziell für seine patriotisch-propagandistische Tätigkeit, die er auf eigene Kosten bestritt, geadelt. Sofort nach seiner Rückkehr setzt er seine schriftstellerische Arbeit fort und veröffentlichte noch im gleichen Jahr Der Hund von Baskerville, die wohl bekannteste Holmes-Story. Inzwischen gilt er bereits als Begründer des modernen Kriminalromans, dessen Einfluss von Agatha Christie über Edgar Wallace bis hin zur TV Figur Colombo unübersehbar geworden ist. Als sein Sohn 1918 im 1. Weltkrieg fiel, wendete sich Doyle dem Mystizismus und Spiritismus zu. Erst 1927 erschien der vierte und letzte Holmes-Sammelband The Case-Book of Sherlock Holmes. Sir Arthur Conan Doyle starb am 7. Juli 1930 in Crowborough, Sussex an einer Herzkrankheit. Die Verbindung zu Disneys Basil, der große Mäusedetektiv muss wohl nicht näher durchleuchtet werden. Die etwas schwache Story kratzt nur sanft am Esprit der Meisterdetektivs und parodiert eher als Autentizität zu erreichen. Jede bislang erschienene Verfilmung um den Mann aus der Bakerstreet 221B ist um Längen besser. |
Andersens
Märchen (8 Bände)
Nach Gedichten und humoristischen Berichten über seine Reisen durch Deutschland, Frankreich und Italien veröffentlichte er 1835 sein erstes Werk, den teilweise autobiografischen Roman Improvisatoren, der noch im gleichen Jahr unter dem Titel Jugendleben und Träume eines italienischen Dichters ins Deutsche übersetzt wurde. Doch all seine Erzählungen, Novellen und Dramen verblassten und verschwanden im Vergleich zu seinen insgesamt 175 Märchen und Geschichten, die er liebevoll aus dänischen, deutschen und griechischen Sagen, historische Begebenheiten, dem Volksglauben verbunden und inspiriert von literarischen Strömungen seiner Zeit schuf. Märchen wie Die Prinzessin auf der Erbse oder Däumeline gelten als die bedeutsamsten Kunstmärchen des Biedermeier. Andersen achtete stets darauf, dass die Geschichten auch von Kindern verstanden werden konnten und quasi wie gesprochen klingen. Mit 30 Auslandsaufenthalten in Europa knüpfte Andersen viele Freundschaften, besonders in Deutschland, und war stets ein gerngesehener Gast bei Künstlern und bei Hofe. Doch trotz vieler Freunde und der Sehnsucht nach Familie blieb er Junggeselle und litt Zeit seines Lebens unter dem Alleinsein. Er starb am 4. August 1875 in Kopenhagen an Leberkrebs. Disney griff bei einer derartigen Märchensammlung natürlich mehr als einmal auf diesen Schatz zurück. Das hässliche kleine Entlein wurde gleich zweimal als Silly Symphony verarbeitet, Der standhafte Zinnsoldat fand seinen Weg in die musikalische Reise von Fantasia 2000 und selbst Ein Königreich für ein Lama basiert im Grunde auf Des Kaisers neue Kleider (The Emperor's new suit / new groove). Auch halten sich bis heute standhaft die Gerüchte, dass Die Schneekönigin eines Tages von Disney auf Zelluloid gebracht werden wird. Das alles überstrahlende Märchen von der kleinen Meerjungfrau aus dem Jahre 1836 stellt jedoch die glorreichste Verbindung zwischen Disney und Anderson dar. Ungeachtet von Zahlen und Statistiken ist diese Geschichte eines der beliebtesten Märchen überhaupt. Nicht ohne Grund wacht die Figur, in Bronze gegossen, als Wahrzeichen noch heute über den Hafen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. |
Die Schöne
und das Biest
Disney vermengte die Grundstory Beaumonts mit romantischen Bildern eines Neuschwansteins und dem Gruselfaktor der Frankenstein-Autorin Mary Shelley zu einem düster-melancholischem Gesamtkonzept, das in dieser Art bislang noch auf eine Realverfilmung wartet. |