Einige Filme in Anistory bekommen zwar nicht selten gepfefferte Kritiken ab, haben aber trotz allem ihre Daseinsberechtigung in der Auflistung, sei es nun aufgrund ihres Bekanntheitsgrades, der Macher, die sich dahinter verbergen, geschichtliche Gesichtspunkte oder nur die trotz ihrer Mängel ungebrochene Beliebtheit. Hier dagegen liste ich Filme auf, die meiner Meinung nach nun wirklich in die Liga Zweite Wahl (oder noch schlimmer) gehören und entweder etwas für Kleinkinder sind, die (noch) keinen großen Qualitätsanspruch haben, oder sich in irgendeiner Weise weit vom Standpunkt einer "guten Unterhaltung" entfernen. Vielleicht hat der ein oder andere Streifen ja gute Ansätze, der Gesamteindruck jedoch verweist sie alle auf die hinteren Ränge. - Auch hier landen nur Filme,
die ich selbst schon gesehen habe. |
![]() |
The three Musketeers / I tre Moschettieri (GB/I 1973) D : Drei glorreiche Musketiere Regie : John Halas John Halas, Mitbegründer von Halas & Batchelor, hatte sich 1954 mit Aufstand der Tiere (Animal Farm) bereits ins Animations-Geschichtsbuch eingeschrieben. Das meiste Zeugs der Firma blieb aufgrund seiner Qualität jedoch den britischen Insulanern vorbehalten. Mit der Umsetzung des berühmten Dumas-Romans wandelte der Regisseur nun einmal auf Solopfaden. Leider setzte der typische 70er Jahre-Klamauk dem schon oft verfilmten Mantel&Degen-Quartett mehr zu als deren Filmgegner. Platte Gags und eine lustlose Animation bringen selbst hart gesottene Trickfilmfans zum Gähnen. Die deutsche Synchro mit mir weitestgehend unbekannten Sprechern tut ihr Übriges, um daraus einen klaren Fall für die Mottenkiste zu machen. Goodwill-Punkte Story : 1 |
![]() |
Rudolph the Red-Nosed Reindeer : The Movie (USA 1998) D : Rudolph mit der roten Nase Regie : William R. Kowalchuk Damit das keiner falsch versteht : Die Geschichte vom kleinen Rentier nach Robert L. May wird hier ganz nett wiedergegeben - wenn auch nicht zum ersten Mal erzählt. Der Film ist ein Remake des Originals, einem 47minütigen Puppenfilm aus dem Hause Rankin-Bass (Das letzte Einhorn) von 1964, und DER ist wirklich süß. Kowalchuk setzte die Story hier zwar ganz gut um, ließ Stars wie John Goodman und Whoopie Goldberg zu Wort kommen (auch die deutsche Fassung mit Wolfgang Völz und Nina Hagen ist nicht übel) und veredelte alles mit einem gelungenen Soundtrack; ich sage nur : Paul McCartney .... am Ende kaschierte er damit trotzdem nur einen Trickfilm auf billigstem TV-Niveau. Schade, dass Rankin & Bass sich nicht freiwillig für Unterstützung gemeldet hatten, dann wär's ein Klassiker geworden :( Goodwill-Punkte Story : 3 |
![]() |
The Lion of Oz (Kanada 2000) D : Der Löwe von Oz und die magische Blume Regie : Tim Deacon Als Animationskünstler hat Deacon schon einiges auf dem Buckel, dies ist nun sein wenig überzeugendes Regiedebut. Hier wird die Vorgeschichte vom mutlosen Löwen gesponnen, der später auf Dorothy und ihre Freunde treffen wird. Hahnebüchend zusammengereimt, mit ätzenden Trällersongs versehen und auf dem Animations-Niveau einer Dr. Snuggles Folge von 1979 ... und eigentlich tu ich damit dem lieben Doktor noch unrecht. Kerstin Sanders-Dornseif mimt hier die Hexe des Ostens - muss ich dazu was sagen ?? Goodwill-Punkte Story : 0 |
![]() |
Leif Erikson - Discoverer of North America (USA 2000) D : Leif Erickson - Der Junge der Amerika entdeckte Regie : Phil Nibbelink Nibbelink ist kein Unbekannter in der Branche. Als Disney-Ableger und Regisseur vom zweiten Feivel-Teil und 4 Dinos in New York sollte er eigentlich wissen, wie der Hase läuft. Was er mit diesem Film jedoch bezwecken wollte ist unklar. Standbilder, die per Computer mehr recht als schlecht in Bewegung gebracht werden, verdienen nicht einmal den Titel Animationsfilm. Das Ding ist so grottig, dass selbst die Big Cartoon Database es nicht im Bestand führt. Nur nicht von dem hübschen Cover einlullen lassen, der Film ist das Plastik nicht wert, auf dem er gepresst wurde. Nibbelinks erstes Solowerk Buss in Boots (1999) ist ein ebensolches Trickdesaster. Bei der Seehund-Posse Romeo & Juliet - Sealed with a Kiss (2006) kann man zwar halbwegs von anständiger Animation reden, sie ist jedoch immer noch flach genug, um Nibbelinks Einzug ins Anistory-Archiv zu verweigern. Zum Glück sind diese Filme gar nicht erst verdeutscht worden. Goodwill-Punkte Story : 0 |
![]() |
Adam Sandler's Eight Crazy Nights (USA 2002) D : Adam Sandlers 8 verrückte Nächte Regie : Seth Kearsley Lausebengel Sandler hatte zwar bis vor einiger Zeit die Kritiker nie auf seiner Seite, mit seiner Kreuzung aus Blödelei und Charme aber stets eine recht treue Fangemeinde, zu der ich bis zu diesem Film auch gehörte. Was er sich hier jedoch geleistet hat, geht wirklich auf keine Hutschnur. Mit einem Fäkalhumor, der den einer Southpark-Folge bei Weitem übertrifft, zieht er in der Kreuzung aus "Ist das Leben nicht schön" und Dickens Ebeneezer Scrooge den Geist einer guten Weihnachtsgeschichte nicht durch den Kakao, sondern im wahrsten Sinne des Wortes durch die Scheiße. Ständig wird irgendwo gerotzt, gefurzt oder mit Darmexkrementen echt Ekliges (!) angestellt. Mit von der Partie waren seine Frau Jackie und jede Menge Freunde, die vor und hinter der Kamera bereits an Sandlers Filmrepertoire mitarbeiteten. Regisseur Seth Kearsley hatte u.a. ein wenig bei den Simpsons mitgebastelt und führte bei drei Folgen der Brachial-Comedy Family Guy Regie. Etwas erwähnenswert Gutes ist ihm bislang nicht geglückt. Lediglich die Musik von Teddy Castellucci (ebenfalls Sandlers engerer Dunstkreis) hat einige nette Momente, welche durch die Dialoge jedoch gleich wieder zerstört werden. Goodwill-Punkte Story : 0 |
![]() |
Totò Sapore e la magica storia della pizza (I 2003) D : Toto Sapore und die magische Geschichte der Pizza Regie : Maurizio Forestieri Foresieri hat schon mit einigen namhaften Italienern zusammen gearbeitet, u.a. Bruno Bozzetto. Natürlich mussten unsere südlichen Nachbarn irgendwann einmal zurecht spinnen, wie die Pizza erfunden wurde, obwohl diese nebenbei bemerkt eigentlich aus Griechenland stammt. Hektik, Farbüberlast und viel zu viel angewandte CGI-Technik machen aus dem Werk eine Hochglanzblase vom Feinsten. Trotz allem hat der Regisseur ein gewisses Potential, das er bei einem nächsten Film nur besser einsetzen müsste ... mal abwarten. Goodwill-Punkte Story : 2 |
![]() |
Los Reyos Magos (Sp 2003) D : Die 3 Könige / Die Könige aus dem Morgenland Regie : Antonio Navarro Kaum vorher in Erscheinung getreten wagte Navarro sich bei seinem ersten Langfilm gleich an handfesten Bibelstoff heran. Gut, die mit Legenden behafteten Könige lassen durchaus Raum für Interpretation - aber bitte nicht so. Neben den biblischen Gestalten, die selbstverständlich alle zaubern können, werden auch Figuren wie König Midas und Argonauten-Jason mit in den Topf geworfen, dass es einem Geschichtslehrer geradezu das Fürchten lehrt. Ein fetter Herodes (mit Michael Pan mehr als unglücklich besetzt) und eine unverzichtbare Lovestory runden den religiösen Holocaust ab. Alleine für Tilo Schmitz auf Balthasar gäbe es von mir dicken Punktabzug, aber die Synchro wird hier ja Gott sei Dank gar nicht erst bewertet. Goodwill-Punkte Story : 0 |
![]() |
Heidi (D/GB/Kanada 2005) Regie : Alan Simpson Und ewig trällern die Berge. Mein Gott, wie oft wird dieses altbackene Geschichtchen wohl noch aus der Klamottenkiste gekramt werden ? Ich für meinen Teil habe mit der japanischen Trickserie aus den 70ern und ein paar deutschen Verfilmungen der Schuldigkeit weissgott Genüge getan. Warum nicht statt dessen endlich einmal die Umsetzung von Hanna-Barbera von 1982 in Deutschland auf DVD veröffentlichen ? Da hat's wenigstens noch einen schön animierten Film dazu. Sorry, aber für diesen abgelutschen Drops gibt es nicht mal Story-Bonus. Für Regisseur Simpson (Briefe an Felix), der sich seine Sporen bereit in den 70ern bei Martin Rosen (Watership Down) verdient hat, ein sehr klägliches Bild. Goodwill-Punkte Story : 0 |
![]() |
Gisaku (Sp 2005) D : Gisaku und das Tor zur Ewigkeit Regie : Baltasar Pedrosa Angepriesen als der erste Anime Europas (wann macht Japan denn den ersten Animationsfilm *gg*) zeigt die Firma Filmax (El Cid), dass außer Dragonball Z wohl noch nicht viel japanische Trickkunst bis zur iberischen Halbinsel gedrungen sein muss. Die wackelige Story, die fast so unglaubwürdig ist wie der Lebenslauf einer "Next Supermodel" Kandidatin, wurde hier eingepackt in blutrünstiges Gemetzel und eine Horde knurrender und zähnefletschender Untiere. Immerhin ließ Pedrosa die Chose in ansprechende Bilder verpacken, die für 2005 jedoch auch niemanden mehr in Erstaunen versetzten. Ein kleiner Happenpappen für die Sendepause zwischen One Piece und Yu-Gi-Oh! Goodwill-Punkte Story : 1 |
(wird ständig erweitert)